Nov 09 2009
Genie und Wahnsinn
Kürzlich habe ich Daniel Kehlmanns Buch “Die Vermessung der Welt” gelest und muss rückblickend sagen, dass es sicher eines der spannendsten und interessantesten Bücher gewesen ist, die ich bisher gelesen habe. Ich glaube auch, dass jedem, der eine Schwäche für mathematische und naturwissenschaftliche Vorgänge hat, dieses Buch gefallen würde.
Daniel Kehlmann beschreibt in einer Mischung aus Roman und Biografie die Errungenschaften von Carl Friedrich Gauss und Alexander von Humboldt, und zwar aus der wechselseitigen Perspektive der beiden. Während Gauss am Liebsten zuhause am Schreibtisch saß, und durch das Fenster den klaren Sternenhimmel betrachtete und dabei über mathematische Gesetze nachdachte, reiste Humboldt lieber in unerforschte Erdteile, vermaß sie und katalogisierte so ziemlich alles, was ihm an neuen Lebensformen begegnete, und auch diverse Selbstversuche mit Giftstoffen durften nicht fehlen. Humboldt und Gauss kannten und respektierten sich, aber bedauerten sich gleichzeitig. Humboldt bedauerte Gauss wegen der vielen verpassten Naturerfahrungen und Gauss bedauerte Humboldt wegen seiner Abscheu vor weiblicher Zuneigung.
Daniel Kehlmann schreibt spannend und mit viel Witz zugleich einen wunderbar biografischen Roman und zwei der größten Wissenschaftler unserer Geschichte.
Übrigens, das Gauss’sche Meisterstück “Disquisitiones Arithmeticae” ist die Bibel der Zahlentheorie und schmückt ebenfalls mein Bücherregal – ein Zeitvertreib für lange Winterabende.
- Die Medici – Die Geschichte meiner Familie
- Der Prophet von Khalil Gibran
- Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
- Der Name der Rose als Brettspiel
- Thomas Berhard: Der Untergeher
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